SmartHomeAtlas Logo
SmartHomeAtlas

Bist du wie Alex?

15 Min. Lesezeitbeginner

1. ETS und seine Geschichte

Dies ist die Software, die zur Planung, Konfiguration und Programmierung von KNX-Installationen verwendet wird. Sie dient dazu, KNX-Geräte hinzuzufügen, deren Parameter festzulegen, physikalische Adressen zuzuweisen, Gruppenadressen zu erstellen und Gerätefunktionen miteinander zu verknüpfen, damit Sensoren, Taster, Aktoren, Leuchten, Jalousien und andere KNX-Komponenten miteinander kommunizieren und korrekt zusammenarbeiten können.

1. Wie ist es entstand: ETS – die Abkürzung für Engineering Tool Software – wurde als herstellerunabhängiges Software-Tool für die Planung, Konfiguration und Inbetriebnahme von KNX-Installationen entwickelt. Bevor sich KNX als gemeinsamer Standard etablierte, existierten in Europa verschiedene Systeme für die Gebäudeautomation, wie etwa EIB, BatiBUS und EHS. Diese Systeme wurden von unterschiedlichen Gruppen entwickelt, was zu einer stärkeren Zersplitterung des Marktes und einer geringeren Universalität führte. Im Jahr 1999 schlossen sich die hinter diesen Systemen stehenden Organisationen zur KNX Association zusammen – mit dem Ziel, einen einzigen offenen und zuverlässigen Standard für Smart Homes und die Gebäudeautomation zu schaffen. Anstatt dass jeder Hersteller seine eigene Programmiersoftware verwendete, ermöglichte es die ETS, zertifizierte Produktdaten zu importieren, Parameter festzulegen, Gruppenadressen zu erstellen, Kommunikationsobjekte zu verknüpfen und die Konfiguration auf die KNX-Geräte zu übertragen. Dies trug maßgeblich dazu bei, KNX professioneller, flexibler und herstellerunabhängiger zu gestalten.
2. Versionen: ETS1 erschien 1993 als erste ETS-Version für die frühe EIB/KNX-Programmierung. Der Schwerpunkt lag dabei vor allem auf der Erstellung von Projekten und der Programmierung von Geräten mithilfe eines einzigen, gemeinsamen Tools. ETS2 erschien 1996 und verbesserte die Projektabwicklung, die Geräteverwaltung sowie den allgemeinen Arbeitsablauf für professionelle Installateure. ETS3 erschien 2004 und bot eine gesteigerte Leistungsfähigkeit für größere KNX-Projekte – ergänzt durch einen besseren Produktsupport und eine praxisorientiertere Struktur. ETS4 erschien 2010 und führte eine modernere Benutzeroberfläche, eine optimierte Datenbankverwaltung sowie eine verbesserte Projektorganisation ein. ETS5 erschien 2014 und entwickelte sich zu einer der am weitesten verbreiteten Versionen, da sie moderne KNX-Projekte – einschließlich ETS Apps, verbesserter Diagnosefunktionen und KNX Secure-Unterstützung – optimal unterstützte. ETS6 erschien 2021 und stellt die aktuelle Hauptgeneration dar; sie zeichnet sich durch einen moderneren Arbeitsablauf, höhere Benutzerfreundlichkeit, verbesserte Sicherheit, cloudbasierte Lizenzierung sowie eine stärkere Unterstützung neuerer KNX-Technologien wie KNX RF und KNX IoT aus.

2. Einfache Erklärungen dazu, wie genau ETS funktioniert

ETS ist die Software, mit der KNX-Smart-Home-Geräten mitgeteilt wird, was sie tun sollen. Ein KNX-Gerät ist wie ein Arbeiter ohne Anweisungen. In ETS geben Sie diese Anweisungen.

1. Zum Beispiel: Wenn Sie einen KNX-Taster und einen KNX-Aktor installieren, „kennen“ diese sich nicht automatisch gegenseitig. ETS hilft Ihnen dabei, dem Taster mitzuteilen: „Wenn jemand dich drückt, sende einen Befehl.“ Anschließend sagen Sie dem Aktor: „Wenn du diesen Befehl empfängst, schalte das Licht ein oder aus.“
2. Sie erstellen ein Projekt.: Dieses Projekt gleicht dem digitalen Plan des Gebäudes. Es kann Räume, Etagen, Elektroverteiler, KNX-Linien, Geräte, Gruppenadressen sowie sämtliche Programmiereinstellungen enthalten.
3. Sie fügen KNX-Geräte hinzu.: Zum Beispiel: Taster > Der Benutzer drückt ihn. Bewegungsmelder > Erkennt Bewegungen. Schaltaktor > Schaltet Lichter oder Steckdosen. Jalousieaktor > Steuert Rollläden oder Jalousien. Heizungsaktor > Steuert Heizungsventile.
4. Sie legen die Parameter fest.: Parameter sind die Einstellungen des Geräts. Hier legen Sie fest, wie sich das Gerät verhalten soll. Beispiel für einen Taster: Soll der Taster ein Licht schalten? Soll er ein Licht dimmen? Soll er Jalousien steuern? Soll er eine Szene aufrufen? Parameter sind also gewissermaßen das Einstellungsmenü des Geräts.
5. ETS zeigt die Kommunikationsobjekte an.: Ein Kommunikationsobjekt ist der Verbindungspunkt einer KNX-Gerätefunktion in der ETS. Ein Taster verfügt beispielsweise über ein Kommunikationsobjekt zum Schalten. Ein Schaltaktor besitzt ebenfalls ein Kommunikationsobjekt zum Schalten. Wenn beide Objekte mit derselben Gruppenadresse verbunden sind, können sie miteinander kommunizieren. Das Kommunikationsobjekt ist somit nicht die Gruppenadresse selbst. Das Kommunikationsobjekt stellt die Funktion innerhalb des Geräts dar, während die Gruppenadresse den Kommunikationskanal bildet, der diese Funktionen miteinander verbindet. Beispiel: Taster-Objekt: Schalten Aktor-Objekt: Kanal A Schalten
6. Sie erstellen Gruppenadressen.: Eine Gruppenadresse verbindet eine Funktion eines Geräts mit einer Funktion eines anderen Geräts. Ein Taster und ein Schaltaktor kommunizieren beispielsweise nicht deshalb miteinander, weil sie physisch miteinander verdrahtet sind. Sie kommunizieren vielmehr deshalb, weil beide in der ETS mit derselben Gruppenadresse verknüpft sind. Wenn Sie den Taster betätigen, sendet dieser ein KNX-Telegramm an die Gruppenadresse 1/1/1. Da der Aktor ebenfalls mit 1/1/1 verbunden ist, empfängt er das Telegramm und schaltet die Lampe. Stellen Sie sich eine Gruppenadresse wie einen „Chatraum“ vor. Denken Sie dabei an eine WhatsApp-Gruppe. Jedes Mitglied dieser Gruppe kann die Nachricht empfangen. Eine Gruppenadresse funktioniert auf fast dieselbe Weise: Gruppenadresse: 1/1/1 Wohnzimmerbeleuchtung schalten Der Taster sendet: EIN. Der Aktor „hört zu“ und reagiert: Lampe EIN. Die Gruppenadresse ist also kein Gerät. Sie ist der Kommunikationskanal für eine bestimmte Funktion.
7. Sie verbinden Objekte mit Gruppenadressen.: Kommunikationsobjekte mit Gruppenadressen zu verknüpfen, ist so, als würde man Personen in eine WhatsApp-Gruppe aufnehmen. Sie erstellen eine WhatsApp-Gruppe mit dem Namen: Beleuchtung Wohnzimmer (Schalten) Anschließend fügen Sie dieser Gruppe folgende Teilnehmer hinzu: Taster und Schaltaktor Wenn nun der Taster eine Nachricht in dieser Gruppe sendet, die lautet: „Einschalten“, empfängt der Schaltaktor diese Nachricht und reagiert darauf: „Okay, ich schalte die Lampe ein.“ Übertragen auf KNX/ETS bedeutet dies: WhatsApp-Gruppe = Gruppenadresse, Personen in der Gruppe = Kommunikationsobjekte, Nachricht = KNX-Telegramm. Sie müssen lediglich eine Gruppenadresse erstellen, zum entsprechenden Kommunikationsobjekt des Geräts navigieren, dieses Objekt per Drag & Drop in die Gruppenadresse ziehen und diesen Vorgang für alle Kommunikationsobjekte der verschiedenen Geräte wiederholen, die miteinander kommunizieren sollen.
8. Sie laden die Programmierung auf die realen Geräte herunter.: Nachdem in der ETS alles eingerichtet ist, übertragen Sie die Konfiguration auf die realen KNX-Geräte. Dies wird als Download bezeichnet. Ohne diesen Download kennt das Gerät die neuen Einstellungen nicht. Die ETS sendet somit die Anweisungen von Ihrem Computer in die KNX-Installation. UND Sie überprüfen, ob alles funktioniert. Nach dem Download testen Sie die Funktion.